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Workshop auf der GI-FIBBB  - HU Berlin

10. März 2011
10. Tagung der GI-Fachgruppe "Informatik-Bildung in Berlin und Brandenburg"
 
Ludger Humbert, Benedikt Mitscher
Medienkompetenz ohne Informatik
 

Informatik durchdringt alle Lebens- und Arbeitsbereiche - lange schon kommt nicht einmal mehr der Bauer im Kuhstall ohne Informatiksysteme aus - und wir (damit meine ich die Gemeinschaft der Informatiklehrkräfte) haben es bis heute nicht geschafft, die Informatische Bildung in unserem Schulsystem durchgängig zu verankern. Da hilft es, wenn wir uns ansehen, wie immer wieder von den sogenannten »Schmalfilmern« Konzepte entwickelt und bis zur Produktionsreife getrieben werden, die anschließend in Form der Medienkompetenz ohne jede fachliche Grundlage den Schülerinnen und Schülern zugemutet werden.

Offenbar haben wir nicht die Traute, der Gesellschaft unser Fach konzeptionell so vorzustellen, dass die Informatische Bildung als Teil jeder allgemeinen Bildung einen Platz findet. Vor langer Zeit (um 1984) schon haben wir versagt: wir haben zugelassen, dass die »Grundbildung Informatik« in die Kernfächer wegintegriert wurde, so dass letztlich die informatikbezogenen Elemente nicht mehr Teil des Unterrichts sind. Heute wird von Informations- und kommunikationstechnischer Grundbildung gesprochen, damit nichts mehr an Informatik erinnert. Heute finden wir Angebote, die »Computerführerschein«, »Medienführerschein«, »Internetführerschein« oder wie auch immer heißen - alles Maßnahmen, um zu kompensieren, dass weder Politiker, noch administrativ für die Bildungsplanung Verantwortliche, noch Lehrkräfte auch nur einen Schimmer von der Informatischen Allgemeinbildung haben - woher auch, ist doch dieser Teil der Allgemeinbildung bisher nicht existent.

Es gilt, eine offensive Strategie zu entwickeln, die auch politisch kommuniziert wird: Medienkompetenz ohne grundlegende konzeptionelle Informatikkenntnisse gibt es nicht - genauer: sie verharrt auf der konsumptiven Ebene.

Wir zeigen an ausgewählten Beispielen aus medienpädagogischen Materialien, wie dieses Defizit durch qualifizierte Informatiklehrkräfte behoben werden könnte. Vor allem wird deutlich, dass nicht der erhobene Zeigefinger am Ende jeder Unterrichtseinheit das Ziel der Auseinandersetzung ist, sondern vielmehr das Ziel im Sinne einer tatsächlichen Partizipation der Schülerinnen und Schüler darin besteht, die Gestaltung von Informatiksystemen zunehmend selbst in die Hand zu nehmen und zu wissen, wie solche Systeme konzeptionell aufgerichtet werden. Dabei kommt der exemplarischen Umsetzung …

 


 

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